Stromfresser finden: So misst du den Verbrauch mit einer smarten Steckdose
Standby, Altgeräte, heimliche Dauerläufer: So findest du mit einer smarten Messsteckdose heraus, welche Geräte bei dir wirklich Strom ziehen.
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Die Stromabrechnung kommt, die Zahl ist höher als gedacht, und du fragst dich: Woher eigentlich? Der Zähler im Keller zeigt nur die Summe. Welches Gerät wie viel beiträgt, verrät er nicht. Genau dafür gibt es Messsteckdosen. Der Luchs zeigt dir, wie du damit systematisch vorgehst und was du mit den Werten anfängst.
Warum sich Nachmessen lohnt
Viele Geräte verbrauchen Strom, auch wenn du sie gar nicht benutzt. Fernseher, Spielkonsolen, Soundbars, Drucker oder Router hängen oft rund um die Uhr am Netz. Einzeln sind das manchmal nur wenige Watt, aber sie laufen eben 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Neuere Geräte müssen nach EU-Vorgaben im Standby sparsam sein, ältere Geräte und solche im sogenannten vernetzten Standby, die jederzeit per App oder Sprachbefehl aufwachen sollen, liegen oft darüber.
Dazu kommen die Geräte, die tatsächlich arbeiten, aber mehr ziehen als gedacht: ein alter Gefrierschrank im Keller, der Rechner, der nie in den Ruhezustand geht, oder die Aquariumpumpe.
So rechnest du Verbrauch um
Die Grundformel ist einfach:
Leistung in Watt × Betriebsstunden = Wattstunden (Wh)
1000 Wh sind 1 Kilowattstunde (kWh), die Einheit auf deiner Stromrechnung. Ein Beispiel: Ein Gerät, das im Standby dauerhaft 5 Watt zieht, kommt auf 5 W × 24 h = 120 Wh pro Tag. Aufs Jahr gerechnet sind das 120 Wh × 365 = 43.800 Wh, also rund 43,8 kWh. Diese Zahl multiplizierst du mit dem Arbeitspreis aus deinem Stromvertrag, dann weißt du, was dich dieser Standby im Jahr kostet.
Bei Geräten mit schwankendem Verbrauch, etwa Kühlschrank oder Waschmaschine, funktioniert die Rechnung mit einem Momentwert nicht. Hier brauchst du eine Messung über längere Zeit, und genau da spielt eine smarte Messsteckdose ihre Stärke aus.
Typische Kandidaten für die Messung
| Gerät | Worauf du achtest | Sinnvolle Messdauer |
|---|---|---|
| TV, Soundbar, Konsole | Standby-Wert nach dem Ausschalten | einige Stunden bis ein Tag |
| PC mit Monitor | Leerlauf, Ruhezustand, Nacht | ein normaler Arbeitstag |
| Kühl- oder Gefrierschrank | Durchschnitt, weil der Kompressor taktet | mehrere Tage |
| Waschmaschine, Trockner | Verbrauch pro Programm | ein kompletter Durchlauf |
| Router, NAS, Smart-Home-Zentrale | Dauerverbrauch | ein Tag |
| Heizlüfter, Wasserkocher | Spitzenleistung und Nutzungsdauer | eine typische Nutzung |
Bei Kühlschrank und Gefrierschrank gilt: nur zum Messen einstecken und die Steckdose niemals per App oder Zeitplan ausschalten. TP-Link rät davon ab, solche Geräte dauerhaft über die smarte Steckdose zu betreiben. Nach der Messung also wieder direkt in die Wandsteckdose.
So misst du Schritt für Schritt
- Steckdose einrichten: Die Messsteckdose in die Wandsteckdose, das Gerät in die Messsteckdose, dann in der App ins 2,4-GHz-WLAN einbinden.
- Ruhezustand messen: Gerät ganz normal ausschalten und ein paar Minuten warten. Der Wert, der jetzt angezeigt wird, ist dein Standby-Verbrauch.
- Nutzung messen: Das Gerät so verwenden, wie du es im Alltag tust. Nicht künstlich viel oder wenig.
- Lange genug laufen lassen: Bei taktenden Geräten mindestens ein paar Tage, bei Programmgeräten einen ganzen Durchlauf.
- Notieren und weiterziehen: Wert festhalten, Steckdose zum nächsten Gerät mitnehmen.
Mit der Tapo P110 siehst du laut TP-Link den aktuellen Verbrauch in Echtzeit in der Tapo-App und kannst die Werte über längere Zeit als Statistik verfolgen. Sie verträgt bis zu 3680 Watt bei 16 Ampere und braucht keinen Hub, sondern verbindet sich direkt mit dem WLAN. Wichtig für die Einordnung: Die Steckdose selbst verbraucht laut Datenblatt rund 1,64 Watt im eingeschalteten und 0,64 Watt im ausgeschalteten Zustand. Für die Suche nach Stromfressern ist das vernachlässigbar, als Dauerlösung vor einem Gerät mit winzigem Standby rechnet es sich aber nicht immer.
Eine Steckdose oder gleich mehrere?
Mit einer einzelnen Messsteckdose gehst du Gerät für Gerät durch. Das dauert, kostet aber nur Geduld. Wer schneller ein Gesamtbild will, misst parallel: Mit dem 4er-Pack der Tapo P110 hängen Fernsehecke, Arbeitsplatz, Waschmaschine und Kaffeemaschine gleichzeitig an der Messung, und du vergleichst die Werte nebeneinander in einer App.
P110 oder P100: Messen oder nur schalten?
Hier lohnt ein genauer Blick, denn die beiden sehen sich ähnlich, können aber Unterschiedliches:
| Tapo P110 | Tapo P100 (V2) | |
|---|---|---|
| Verbrauchsmessung | ja, per App | nein |
| Belastbarkeit laut TP-Link | bis 3680 W / 16 A | bis 2300 W / 10 A |
| Zeitpläne, Abwesenheitsmodus | ja | ja |
| Hub nötig | nein | nein |
| Sprachsteuerung | Alexa, Google Assistant | Alexa, Google Assistant |
Die Tapo P100 im 4er-Pack ist die Wahl, wenn du schon weißt, wo deine Stromfresser sitzen, und sie einfach automatisch vom Netz nehmen willst. Zum Finden brauchst du die P110. Eine sinnvolle Kombi: Mit einer P110 messen, danach an den Stellen, wo nur geschaltet werden muss, P100 einsetzen. Achte bei der P100 auf die geringere Belastbarkeit, für Heizlüfter und ähnliche Geräte ist sie nicht gedacht.
Was du mit den Messwerten machst
Messen allein spart noch nichts. Entscheidend ist, was danach passiert:
- Standby kappen: Geräte, die nachts oder tagsüber nicht gebraucht werden, per Zeitplan komplett abschalten. Aber Vorsicht bei Geräten, die im Standby Updates ziehen oder aufnehmen sollen, etwa Receiver mit Aufnahmefunktion.
- Gewohnheiten prüfen: Läuft der Rechner nachts durch? Bleibt die Konsole im Schnellstartmodus? Oft reicht eine Einstellung im Gerät selbst.
- Altgeräte bewerten: Zieht der alte Zweit-Kühlschrank auffällig viel, rechne mit der Formel oben hoch, was er im Jahr verbraucht. Das ist eine solide Grundlage für die Frage, ob sich ein Austausch lohnt oder ob er ganz weg kann.
- Ergebnisse festhalten: Eine kleine Liste mit Gerät, Standby-Wert und Jahresverbrauch hilft dir später beim Vergleich.
Checkliste für deine Stromfresser-Suche
- Router funkt im 2,4-GHz-Band und reicht bis zum Messort
- Messsteckdose mit Verbrauchsanzeige, nicht nur Schaltsteckdose
- Standby und Nutzung getrennt erfassen
- Taktende Geräte über mehrere Tage messen
- Jahresverbrauch mit Watt × Stunden hochrechnen
- Kühlgeräte nie per App oder Zeitplan abschalten
- Nach der Messung konkrete Maßnahme festlegen
Der Luchs-Tipp zum Schluss: Fang mit den Geräten an, die immer am Netz hängen. Dort ist die Überraschung meistens am größten.

