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Tintenpatrone oder Tintentank: Welcher Drucker passt zu dir?

Patrone, XL-Patrone oder nachfüllbarer Tank? Der Luchs erklärt, welcher Drucker zu deinem Druckvolumen passt, wie du Kompatibilität richtig abliest und was gegen eingetrocknete Druckköpfe hilft.

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Die Steuerunterlagen müssen raus, das Kind braucht das Arbeitsblatt bis morgen, und der Drucker meldet: Patrone leer. Oder schlimmer: Die Patrone ist voll, aber es kommen nur Streifen. Wer selten druckt, ärgert sich über eingetrocknete Tinte. Wer viel druckt, über ständig leere Patronen. Welches System zu dir passt, hängt vor allem von einer Frage ab: Wie viel druckst du wirklich? Der Luchs sortiert das für dich.

Zwei Systeme, ein Prinzip

Beide Varianten sind Tintenstrahldrucker. Der Unterschied liegt darin, wie die Tinte zum Druckkopf kommt.

Patronendrucker arbeiten mit kleinen, austauschbaren Kartuschen. Bei vielen Einsteigergeräten von HP und Canon sitzt der Druckkopf direkt in der Patrone. Mit jeder neuen Patrone bekommst du also auch einen frischen Druckkopf. Die Geräte selbst sind kompakt und in der Anschaffung meist die kleinere Investition.

Tintentankdrucker haben große, fest eingebaute Tanks, die du aus Flaschen nachfüllst. Der Druckkopf bleibt im Gerät. Die Tintenmenge pro Füllung ist um ein Vielfaches größer als bei einer Patrone, dafür ist das Gerät selbst die größere Anschaffung.

Wie viel druckst du wirklich?

Bevor du dich entscheidest, lohnt eine ehrliche Schätzung. Zähl einen Monat lang grob mit oder schau im Druckermenü bzw. in der Hersteller-App nach, dort gibt es oft einen Seitenzähler.

Gelegenheitsdrucker: ein paar Seiten im Monat

Ein Rücksendeetikett hier, ein Formular dort: Dafür reicht ein Patronendrucker völlig. Die HP 305 im Doppelpack zeigt die Größenordnung: Laut HP schafft die schwarze Patrone rund 120 Seiten, die dreifarbige rund 100 Seiten. Für jemanden, der zehn Seiten im Monat druckt, ist das eine lange Zeit. Und weil der Druckkopf bei jedem Patronenwechsel mit erneuert wird, ist ein eingetrockneter Kopf hier weniger dramatisch.

Regelmäßig: Homeoffice, Schule, Vereinskram

Druckst du jede Woche, dazu mal mehrseitige Unterlagen, wird der Patronenwechsel lästig. Hier hast du zwei Wege: einen Patronendrucker mit XL-Patronen oder gleich einen Tintentank.

Der Canon PIXMA TS7550i ist ein Beispiel für einen gut ausgestatteten Patronendrucker. Er arbeitet mit zwei FINE-Patronen, PG-595 für Schwarz und CL-586 für Farbe, beide laut Canon auch als XL-Version erhältlich. Dazu kommen automatischer Duplexdruck, ein Dokumenteneinzug für 35 Blatt, Dualband-WLAN und randloser Fotodruck bis A4. Die Papierkassette fasst 100 Blatt, was eher auf gelegentliches bis mittleres Druckaufkommen hindeutet.

Vieldrucker: Hunderte Seiten im Monat

Wer regelmäßig größere Mengen druckt, landet fast zwangsläufig beim Tank. Der HP Smart Tank 7305 ist laut HP für 400 bis 800 Seiten pro Monat ausgelegt. Eine Flasche HP 32XL Schwarz reicht nach Herstellerangabe für rund 6.000 Seiten, die Farbflaschen HP 31 für etwa 8.000 Seiten. Im Karton liegen laut HP bereits zwei Schwarz- und je eine Farbflasche, genug für bis zu drei Jahre bei durchschnittlicher Nutzung. Die Füllstände siehst du durch Sichtfenster an der Front. Auch hier gibt es Duplexdruck und einen 35-Blatt-Einzug, dazu ein 250-Blatt-Papierfach und neben WLAN und USB auch Ethernet.

Original, XL oder Abo?

Standard vs. XL

XL-Patronen passen in dieselben Drucker wie die Standardversion, enthalten aber mehr Tinte und schaffen laut Hersteller entsprechend mehr Seiten. Für die HP 305 und die HP 301 bietet HP jeweils XL-Varianten an, bei Canon heißen sie PG-595XL und CL-586XL. Faustregel: Druckst du regelmäßig, ist XL fast immer die angenehmere Wahl, weil du seltener wechseln musst. Druckst du nur sporadisch, kann eine Standardpatrone sinnvoller sein, damit die Tinte nicht monatelang im Gerät altert.

Was die Seitenangaben bedeuten

Die Reichweite auf der Packung ist ein Normwert: Hersteller messen sie mit einer standardisierten Testseite, die nur teilweise bedruckt ist. Fotos, farbige Flächen oder viel Fettdruck verbrauchen deutlich mehr Tinte, die Patrone ist dann schneller leer. Sieh die Angabe deshalb als Vergleichswert zwischen Patronen, nicht als Garantie für deinen Alltag.

Tintenabos

HP (Instant Ink) und Canon (PIXMA Print Plan) bieten Abos an, bei denen der Drucker Nachschub selbst bestellt. Laut Canon ist der TS7550i mit dem Print Plan kompatibel. Nutzt du ein Abo, bekommst du die Patronen darüber und brauchst keine Kaufpatronen. Ob sich das für dich lohnt, hängt von deinem Druckvolumen und den Tarifbedingungen ab.

Kompatibilität richtig ablesen

Patronen sehen sich oft zum Verwechseln ähnlich, passen aber trotzdem nicht. Die HP 301 etwa ist nicht mit der 302, 303 oder 305 austauschbar. So findest du die richtige Nummer:

  • Im Drucker nachsehen: Öffne die Zugangsklappe. Die Patronennummer steht meist auf einem Aufkleber im Deckel oder am Druckwagen.
  • Alte Patrone ansehen: Die Nummer ist auf dem Etikett aufgedruckt, etwa „301“ oder „PG-595“.
  • Druckermodell prüfen: Das Modell steht vorne oder auf dem Typenschild. Beim Abgleich mit Herstellerlisten auf den genauen Namen achten, denn ein Buchstabe oder eine Ziffer macht den Unterschied.
  • Herstellerliste nutzen: Die HP 305 passt laut HP zum Beispiel in DeskJet 2300, 2700, 4100 und ENVY 6000 und 6400. Die HP 301 Schwarz nennt HP unter anderem für DeskJet 2050, 2540, 3050 und ENVY 4506. Solche Listen sind aber selten abschließend.
  • Region beachten: HP-Drucker sind an die Verkaufsregion gebunden. Patronen aus einem anderen Land werden unter Umständen nicht erkannt.
  • „e“-Modelle bei HP: Geräte wie der DeskJet 2700e oder 4100e gehören zu HP+. Ist HP+ aktiviert, setzt HP laut eigenen Bedingungen Original-HP-Patronen voraus.

Druckköpfe und eingetrocknete Tinte

Tinte besteht zu großen Teilen aus Flüssigkeit, die verdunstet. Steht ein Drucker lange still, können die feinen Düsen im Druckkopf verstopfen. Das Ergebnis: Streifen, fehlende Farben oder blasse Ausdrucke.

Beim Patronendrucker ist das ärgerlich, aber lösbar: Sitzt der Druckkopf in der Patrone, hilft notfalls eine neue. Beim Tintentank ist der Druckkopf fest im Gerät. Beim Smart Tank 7305 lassen sich die Druckköpfe laut HP separat tauschen, trotzdem ist es besser, es gar nicht so weit kommen zu lassen. Liegt das Gerät wochenlang still, druck ab und zu eine Testseite, damit die Düsen frei bleiben.

So beugst du vor:

  • Regelmäßig drucken: Schon eine Seite mit etwas Farbe alle ein bis zwei Wochen hält die Düsen in Bewegung.
  • Richtig ausschalten: Nutze den Einschaltknopf am Drucker statt die Steckdosenleiste. Nur dann fährt der Druckwagen in die Parkposition und die Düsen werden abgedeckt.
  • Patronen nicht offen liegen lassen: Einmal eingesetzt, gehören sie in den Drucker. Neue Patronen erst kurz vor dem Einsetzen auspacken.
  • Temperatur beachten: HP gibt für die HP 305 einen Betriebsbereich von 5 bis 35 °C an. Ein kalter Keller oder eine heiße Dachkammer tun der Tinte nicht gut.
  • Reinigung gezielt einsetzen: Die Reinigungsfunktion im Druckermenü hilft bei leichten Verstopfungen, verbraucht aber selbst Tinte. Lieber einmal reinigen und eine Testseite prüfen als fünfmal hintereinander.

Entscheidungshilfe

Dein Druckverhalten Passendes System
Wenige Seiten im Monat, meist Schwarz Patronendrucker mit Standardpatronen
Wöchentlich, gemischt Text und Farbe Patronendrucker mit XL-Patronen oder Abo
Homeoffice mit mehrseitigen Scans Gerät mit Dokumenteneinzug und Duplex, Patrone oder Tank
Regelmäßig viele Seiten Tintentankdrucker
Drucker steht oft wochenlang still Patronendrucker, Druckkopf wird mit der Patrone erneuert
Viele Fotos XL-Patronen oder Tank, Normwerte gelten hier kaum

Das Fazit vom Luchs

Die wichtigste Frage ist nicht Patrone oder Tank, sondern: Wie viel und wie regelmäßig druckst du? Wer selten druckt, fährt mit einem Patronendrucker entspannter, weil der Druckkopf mit jeder Patrone neu kommt. Wer regelmäßig druckt, sollte zu XL greifen. Und wer richtig viel druckt, wird mit einem Tintentank glücklich, sofern er ihn auch regelmäßig nutzt. Egal welches System: Lies die Patronennummer immer direkt am Gerät ab, bevor du Nachschub besorgst.

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